Tag der offenen Tür 2011: Hinter den Kulissen
Der Tag der offenen Tür kann kommen, wir sind bereit!

Der Tag der offenen Tür kann kommen, wir sind bereit!
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Zelt der Beduinen
„Das Haus aus Ziegenhaar“ bringen Frauen mit in die Ehe, wohingegen Männer eine „Familienherde und Weidegründe“ zusteuern. „Sie hat die Zeltbahnen gewebt, nach Bedarf ausgebessert oder durch neue Bahnen ersetzt“, „[...] es gehört ihr“.
„Das Zelt ist schnell auf- und abgebaut“, was vor allem dann praktisch ist, wenn Lager während der Sommerzeit nur „für einige Wochen oder auch nur für einige Tage aufgeschlagen“ werden.
Eine ältere Frau erinnert sich an den Anblick eines neuen Zeltes in Form eines Lieds: „Ach, mein Haus aus Ziegenhaar auf zwölf Pfosten / Unter dir schläft mein Geliebter / Mit den schönen schwarzen Augen.“
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 252-253)
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Yak
Auch Grunzochse genannt, kann ein Yak (männlich; weiblich dir) „in Höhen bis zu 5.700 Metern weiden und verträgt Temperaturen bis minus 40°C“. Nor bedeutet Reichtum und Besitz, ist gleichzeitig auch die Sammelbezeichnung für alle Rinder, worin sich auch ihre „hohe wirtschaftliche Bedeutung“ ausdrückt.
Sie „dienen als Last- und Reittiere und liefern einen wichtigen Teil der Nahrung“.
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 250-252)
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Wolle
Wolle ist weltweit ein sehr bedeutender Rohstoff und das seit sehr langer Zeit. Bei den Nomaden wird in diesem Zusammenhang die Arbeitsteilung von Männern, Frauen, Kindern, Alten und Dienstleistungsnomaden deutlich.
Die Wolle muss vom Tier abgenommen, gereinigt und weiterverarbeitet werden, was einen langen Prozess und viel Arbeit für jeden bedeutet. Dabei entstehen vielfältige Endprodukte wie „schmale und breite Bänder, kleine Taschen für Tabak, Zucker, und Gewürze, Säcke für Getreide, Trockenfrüchte und Zwiebeln sowie passgenaue Umhüllungen für kleine Haushaltsgeräte oder Dachstangen“.
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 246-248)
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Völkerwanderung
Hunnen, Goten, Vandalen und Awaren – sie alle sind irgendwann einmal gewandert, meist „zwischen 375 n. Chr. […] und 568“.
„Gemeint ist die Wanderung überwiegend ostgermanischer Völker und Stämme – nach Westen, in deren Verlauf das Weströmische Reich unterging und von germanischen Königreichen abgelöst wurde.“
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 236-237)
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Umwelt
Die „sich wandelnde Umwelt“ macht es Nomaden „oft nicht mehr möglich, ihre traditionelle mobile Lebensweise fortzusetzen“. Weiden sind zusehends überlastet, was die Ernähung der Tiere schwierig macht, die oft zusätzlich gefüttert werden müsse oder als Konsequenz die Verkleinerung der Herde nach sich zieht.
Entscheidungen werden bei nomadischen Gruppen immer im Verband oder der Familie getroffen, der Einzelne wird stark eingebunden, was auch auf den „Bereich der Herdenhaltung und Weidennutzung“ zutrifft.
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 232)
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Tee
Dass der Fünf-Uhr-Tee der Engländer eigentlich aus China kommt, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Aber wer hätte gedacht, dass auch Nomaden begeisterte Tee-Trinker sind. „Bereits im 8. Jahrhundert wurde Tee nach Tibet exportiert“ und mit Kräutern, Zucker oder Milch, mit ranziger Butter, Salz oder Soda aufgekocht“.
„Zu den nordafrikanischen Nomaden gelangte der Tee über Europa“, der erst „seit 1637 regelmäßig in alle nordeuropäischen Länder“ verschifft wurde.
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 210-212)
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Salz
Nicht nur in Lüneburg war das weiße Gold einst von großer Bedeutung. Auch in „Nordafrika, Syrien, Iran oder den trockenen Hochgebieten Tibets“ wurde Salz abgebaut und als „wichtiges Handelsgut“ von Kamelen oder Schafen transportiert.
Salz ist und war ein „wichtiger Bestandteil ihrer (der nomadischen) Ökonomie“, das „hohen Profit“ und „eine integrative Funktion“ bietet. Beduinen, Tuareg, Tibeter und andere Nomaden traten „sogar als Unternehmer auf“ und brachten das Salz auf Kamelen „nach Mali und in den Niger“.
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 188-190)
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Rentier
Wenn das Rentier gerade nicht vom Weihnachtsmann gebraucht wird, steht es bestimmt auf irgendeiner Weide zwischen seinen Artgenossen und hilft dem Menschen, in diesem Fall den Nomaden, als Lastentier und Nahrungsquelle.
„Mit ungefähr 2.000 Rentieren“ hat man eine optimale Herde zusammen, die übersichtlich ist und sich nicht gegenseitig das Futter streitig macht. Wer es weniger groß mag, sollte sich einen Elch zu Weihnachten wünschen, die sind nämlich Einzelgänger.
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 182)
Passend zu unserer neuen Sonderausstellung "Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt" öffnen wir jeden Tag ein Türchen aus "Kleines abc des Nomadismus", herausgegeben von Annegret Nippa.
Was sich wohl hinter dem heutigen Türchen verbirgt?
Phantasie-Nomaden
Ein „auffälliges Erscheinungsbild“, das reicht schon, um Kannibale zu sein. So jedenfalls dachten wohl „antike Autoren über die Völker am Rande der bekannten Welt“. Strabon, ein griechischer Geschichtenschreiber, bezeichnete die Blemmyer noch als Nomaden am Nil – zwei Generationen später schuf Plinius das Bild der „kopflosen Menschenfresser“.
Was dem Menschen nicht bekannt ist, das macht ihm Angst und was ihm Angst macht, das verteufelt er. Entgegen diesen Vorstellungen bewirten die Nomaden jedoch ihre Gäste, die natürlich nicht gegessen werden.
(Zusammengefasst aus "Kleines abc des Nomadismus", Herausgegeben von Annegret Nippa und Museum für Völkerkunde Hamburg, ISBN: 978-3-9812566-5-9, S. 160)